Peter Besenyei - Magier der Lüfte



Peter Besenyei wird zuweilen auch als ?Pate? des Red Bull Air Race bezeichnet. Zum einen wegen seiner Pionierarbeit in der Entwicklung seines Sports und zum anderen, weil er wie der ?Pate? mit nur wenigen Worten auskommt. Egal, wie lang die an ihn gestellte Frage auch sein mag, Besenyeis Antwort fällt immer kurz aus. Aber wenn er einmal spricht hängen alle an seinen Lippen. Nach einem Durchhänger in der Saison 2008, als er nicht ein einziges Mal aufs Siegerpodest kam und dann auch noch zum ersten Mal in vier Jahren aus der Gesamtwertung der Top Drei herausfiel, machte sich Besenyei an die Lösung seines Problems: seine Maschine.

Während sich alle seine Konkurrenten und ihre Flugzeuge ständig verbesserten, wechselte Besenyei Anfang 2008 auf eine Extra 300SR. Nachdem sich aber die in Deutschland hergestellte Extra schon bei kleinsten Windböen als zu sensibel und langsam herausstellte, kehrte Besenyei schon nach dem dritten Rennen in Detroit wieder zu seiner alten Edge 540 zurück, die ihm in der Vergangenheit zu zahlreichen Erfolgen verholfen hatte. Da sich der Flugsport in der Zwischenzeit rasant weiterentwickelt hatte, kam Besenyei schnell zu der Auffassung, dass er eine neue Maschine benötigt. Neben Nigel Lamb, Alejandro MacLean, Sergey Rakhmanin und Matt Hall gehört Besenyei jetzt auch zu den fünf Piloten, die 2009 eine MXS-R fliegen.

?Diese Maschine wird mich hoffentlich wieder auf die Siegerstraße führen?, hofft Besenyei, der seit seinen zwei Siegen 2007 keinen Podestplatz mehr erringen konnte. ?Von der neuen Maschine verspreche ich mir in erster Linie eine größere Geschwindigkeit. Meine Renntaktik stimmte bislang, und daran werde ich nichts ändern. Obwohl ich 2008 nur wenige Fehler gemacht habe, war es mein schlechtestes Jahr. Einfach, weil die Leistung meines Flugzeuges deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.?

Besenyei gehört zweifellos zu den berühmtesten Piloten seiner Generation und hat fast alle Preise im Kunstfliegen gewonnen. Nur ein Titel fehlt ihm noch in seiner Erfolgsbilanz - der WM-Titel der Red Bull Air Race Weltmeisterschaft. Besenyei, in seiner Heimat Ungarn wegen seiner Flugkünste als Nationalheld gefeiert, durchflog als erster Pilot kopfüber die Kettenbrücke in Budapest. Er gilt als Vorbild für Beständigkeit: Sowohl 2005 als auch 2006 war er Zweiter der Gesamtwertung, bevor er 2007 auf Rang drei zurückfiel. Nach dem enttäuschen Platz fünf in der Endabrechnung 2008 sinnt er nun für die kommende Saison auf Wiedergutmachung. Auch wenn er wegen seiner nicht konkurrenzfähigen Maschine deutlich unter Wert geschlagen worden ist, absolvierte Besenyei mit seinem eleganten Flugstil nie schlechte Rennen. Je schwieriger die Bedingungen, desto eindrucksvoller seine Flugkunst.

Der Weinkenner und engagierte Familienmensch, der sich in der Wintersaison gerne die Zeit mit Skifahren und Fischen vertreibt, gewann seinen ersten Wettkampf im Segelfliegen mit 20 Jahren. Es folgten drei Jahrzehnte mit unzähligen Siegen in Flug-Wettbewerben. Man kann Besenyei getrost als einen der Architekten des Red Bull Air Race bezeichnen. Auf Bitten entwickelte er 2001 gemeinsam mit Red Bull einen Wettkampf, der ein Kräftemessen der weltbesten Piloten ermöglicht. Mit seinen Fähigkeiten gehörte der Fluglehrer und Testpilot nicht nur zum Kreis dieser Piloten, Besenyei half auch, die Regeln mitzugestalten und Jahr für Jahr weiter zu verbessern. Als Mentor griff er unzähligen Neulingen unter die Arme. In seinem Heimatland Ungarn wurde Besenyei 21 Mal zum ?Sportler des Jahres? gewählt ? das hat vor ihm noch keiner geschafft.

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