Guido Gehrmann
Als Guido Gehrmann das erste Mal flog, war er noch nicht mal geboren. Im Bauch seiner Mutter absolvierte er in Papas Sportflieger seine erste Flugstunde. 23 Jahre später holte er sich den Weltmeistertitel im Drachenfliegen. In seiner Garage ist kein schicker Schlitten zu finden, dafür aber ein ?Little Bull?.
1. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Flug als Pilot?
»?GG: Nein, das war aber sicherlich als Baby in einer uralten Piper PA22 Colt. Damals hat mich schon mein Vater auf seinem Schoß lenken lassen.
2. Auf wie viele Flugstunden blicken Sie zurück?
»?GG: Motorflugzeuge/Jets: 4.400?h, Helikopter: 1.100?h, Ultralight: 500?h, Hängegleiter: 1.300?h.
3. Bei welchem Flugzeug der Flying Bulls ziehen Sie ein riskantes Landemanöver dem Fallschirm vor, und welches ist Ihr Lieblingsflieger?
»?GG: Ich sitze in keinem mit Fallschirm. Mein Lieblingsflieger ist klein, wendig und simpel ? also der Little Bull, die CH-7 Kompress.
4. Longbow oder Bell 47?
»?GG: Ich fliege lieber die Bell 47.
5. Welches Flugzeug würden Sie gerne einmal fliegen, wenn Sie frei wählen dürften, und warum?
»?GG: Ich habe schon alle Flieger der Flying Bulls ausprobiert, was will man mehr! Zu meinen noch nicht erfüllten Träumen gehört, einen noch besseren und simpleren Hängegleiter und einen noch kleineren, simpleren und leichteren Hubschrauber zu entwickeln, als es heutzutage gibt.
6. Gibt es ein technisches oder Design-Detail an der Bell 47, das Sie besonders fasziniert?
»?GG: Die ungeschlagene Rundumsicht, wir nennen sie oft ein ?querfliegendes Panoramasofa?.
7. Welche Flugeigenschaften begeistern Sie bei der Bell 47 besonders?
»?GG: Sie ist und bleibt im Cockpit der vibrationsärmste Heli, in dem ich bisher saß, und das, obwohl die Bell 47 einer der ersten Serienhubschrauber überhaupt ist. Hervorzuheben sind auch die unheimlich gutmütigen Autorotationseigenschaften.
8. Hatten Sie angesichts des Alters der Maschinen noch nie ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen oder während des Flugs?
»?GG: Nein, erstens gibt es wahrscheinlich nirgends eine bessere technische Betreuung als bei den Flying Bulls, und zweitens pfeift ein Turbinchen im Rücken anstelle des originalen Kolbenmotors.
9. Was war der turbulenteste Flug in Ihrem Leben?
»?GG: Wörtlich gesehen: mit meinem Drachen Hängegleiter bei Nordföhn auf einer internationalen Meisterschaft in Greifenburg, Kärnten. Es wurde so wild, dass ich landen musste, obwohl der Flugtag von den Organisatoren noch nicht abgesagt worden war. Im übertragenen Sinne: eine ereignislose Sicherheitslandung in Barcelona mit einer Boing 737, nachdem wir gewarnt worden waren, dass die Schubumkehr beider Triebwerke nicht mehr in der verriegelten Position war.
10. Welcher Helikopter gehört noch unbedingt in die Sammlung der Flying Bulls?
»?GG: Einer, den man erst noch bauen muss: ein 200 Kilo-Gerät, das 250?km/h fliegt, dabei 18?l/h verbraucht, zwei Menschen Platz bietet sowie einfach und günstig in der Wartung ist ? und das ist technisch leicht machbar.
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