P-38 in Salzburg angekommen!
...Salzburg Airport...09. März 2009...17:34 Uhr
OVER THE OCEAN, OVER THE SEA ...
Die Restauration unserer P-38L ?Lightning? war also abgeschlossen, der Erstflug und weitere technische Flüge sehr erfolgreich verlaufen,Sigi Angerer ist mächtig zufrieden - soweit so gut ? aber die Maschine steht in Texas und soll ja nach Salzburg, zu den dort schon wartenden Schwestern der Flying Bulls Flotte.
3 Möglichkeiten, die Maschine dort hinzubringen, wurden in Erwägung gezogen.
? Die schönste und spektakulärste aber auch abenteuerlichste und risikoreichste Variante: Sigi überstellt die Maschine im Flug über den Nordatlantik. Zweifellos attraktiv, aber schon auch Nervenkitzel pur bei 3 Stunden Flug über den Ozean, 2° Wassertemperatur und meterhohen Wellen unter sich?
? Die Containervariante: Wir zerlegen die P-38 in handliche Einzelstücke und verfrachten sie per Schiff nach Europa. Wer bringt das schon übers Herz, diesen Flieger wieder zu zerlegen?
Also:
? wir suchen uns ein Schiff mit einem ausreichend großen Laderraum unter Deck, wo sich die P-38 im Stück unterbringen lässt.
Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten haben wir uns für die Version III ? also die kombinierte Reise Flug/Schiff/Flug entschieden.
Abermals soweit so gut ? nur, wo gibt es einen Hafen, wo man mit der P-38 quasi bis zum Pier hinlanden kann bzw. beim Entladen wieder direkt von dort wegfliegen kann?
Solche und gar nicht zu reden von den bürokratischen Hürden, waren zu überwinden und mögen Verständnis dafür aufbringen, warum es doch noch einige Zeit gedauert hat, bis die Maschine ihre Reise in Richtung Salzburg antreten konnte.
So startete das Unternehmen mit einem fast 1.300 km langen Flug von ihrer Werft bei den Ezell?s in Breckenridge/Texas (Nähe Dallas) nach Pensacola in Florida. Sigi konnte die Maschine dort für ein paar Tage in ehrenwerter Gesellschaft anderer geschichtsträchtiger Flugzeuge im National Naval Aviation Museum unterbringen, bevor sie nach einigen Tagen Ruhezeit von dort über eine Strecke von mehreren Meilen zum nächstgelegenen Verladehafen geschleppt wurde. Im Übrigen beherbergt Pensacola nicht nur dieses einzigartige Museum, sondern ist auch Homebase der weltweit bekannten und legendären ?Blue Angels?.
Auf dem Straßenabschnitt bis zum Hafen musste die Maschine mehrmals per Autokran über sonst unüberwindliche, weil zu enge, Straßenstücke gehoben werden. Schlussendlich verließ die P-38 mit dem Autokran amerikanischen Boden und verschwand im engen Bauch des Schiffs. Selbst für die Mannschaft der ?Flintereems?, die schon allerlei merkwürdige Ladung gewohnt war, eine Premiere, gleich ein flugfertiges Flugzeug an Board zu bekommen.
Nun war das Schiff zum Auslaufen bereit und hinaus ging es aus dem Hafen von Pensacola durch den Golf von Mexiko mit Zwischenziel Karibik, wo noch weitere Fracht beigeladen wurde. Dann endlich Aufbruch Richtung Europa quer über den Atlantik, vorbei an den Azoren, durch den Ärmelkanal und schließlich nach Rotterdam. Hier wurde der in der Karibik aufgenommene Frachtanteil gelöscht, bevor es die restlichen Seemeilen nach Hamburg ging.
Die stürmischen Wetterverhältnisse auf See ließen weder Langeweile für die Besatzung des Schiffes aufkommen, noch war es für unseren Techniker, Hubert Rödlach, eine Kreuzfahrt mit Liegestuhl am Sonnendeck. Mehrmals am Tag mussten die schweren Spanngurte, mit denen das Flugzeug verzurrt war, auf festen Sitz überprüft und zeitweise nachjustiert werden, um ein gefährliches Verrutschen der wertvollen Fracht durch den unruhigen Seegang zu vermeiden.
Schließlich ist das Frachtschiff mit unserer P-38 am Freitag, dem 06. März 2009, nach 24 Tagen und einer Fahrtgeschwindigkeit von nicht einmal 20 km/h, frühmorgens eingelaufen. Mannschaft und Flugzeug unversehrt. Die Entladung wiederum per Autokran und das Absetzen auf europäischen Boden war nur mehr Routinearbeit für den Kranfahrer.
Sigi nahm die Maschine mit sichtlicher Erleichterung, dass alles beim Transport gut gelaufen war, in Empfang und konnte es kaum mehr erwarten, bis er endlich den Startknopf der beiden Allisons drücken und nach kurzem Check und Warmlaufen die Maschine zum Abheben Richtung Salzburg Airport beschleunigen konnte.
In Sigi?s Gepäck nur Vorfreude, Aufregung und 88 Minuten errechnete Flugzeit bis zur Landung in Salzburg und damit zur Erfüllung eines weiteren, großen Traums in seinem Fliegerleben.
Darüber hinaus eine grandiose Ergänzung der Flying Bulls Flotte durch ein einzigartiges Flugzeug im sicherlich weltbesten Zustand.
Wer hätte gedacht, dass es nach all den Prachtexemplaren noch eine Steigerung gibt!
06.03.2009



































































